Selbstständig werden.

Ja, aber wie?


Haben Sie sich das auch schon einmal gefragt?
In vielen Menschen steckt der Wunsch nach beruflicher Freiheit und Selbständigkeit.


Aber nicht jedem ist klar, wie und was er am besten anfangen soll.


Der Unternehmer

Einige Glückliche wissen es schon ganz genau.

Beispielsweise ein Außendienstmitarbeiter, der jahrelange Erfahrung im Verkauf mitbringt, sowie auch solide fachliche Kenntnisse über das von ihm betreute Produkt. Sofern ihn kein Knebelvertrag daran hindert, wird es ihm nicht allzu schwer fallen, seine bisherige Tätigkeit auf selbstständiger Basis weiterzuführen. Vielleicht auch als Subunternehmer seines bisherigen Arbeitgebers.
Überhaupt sind Verkäufer im Außendienst, Kundendienstmitarbeiter oder Handwerkern in dieser Weise begünstigt. Ihr Weg ist vorgezeichnet, wenn sie sich aus dem bisherigen Dienstverhältnis lösen und die gleiche Tätigkeit als eigener Chef fortführen. Natürlich kann auch ein unfreiwilliger Verlust der Arbeitsstelle den Anstoß zur Selbstständigkeit geben.

Nun gibt es in der Praxis Fälle, in denen es nicht möglich ist, seine bisherige Tätigkeit einfach in selbstständiger Form weiterzuführen. Sei es, weil man in einer aussterbenden Branche tätig war, in der die Betriebe reihenweise schließen müssen. Vielleicht auch, weil man jahrelang arbeitslos war und den Kontakt zu der Arbeitswelt verloren hat.
In diesem Fall erfordert ein Start wesentlich mehr Überlegungen. Dann steht die eigene Kreativität auf dem Prüfstand. Wünschenswert wäre natürlich eine zündende Idee. Eine Marktlücke, die noch von keinem Mitbewerber entdeckt wurde. Etwas das sofort von den Konsumenten wahrgenommen und auch angenommen wird. Möglichst so, dass gleich die Umsätze fließen (natürlich auch der Gewinn). Man den Betrieb vergrößern kann, Mitarbeiter einstellen, und so weiter.  Unternehmerträume

Aber, wie sattsam bekannt: Wünschen und träumen kann man viel, die Realität passt sich jedoch nur selten an unseren Träumen an.

Es ist keinesfalls ein Fehler wenn zu Beginn einer selbstständigen Tätigkeit das entsprechende Fachwissen mitgebracht wird. Das ist aber kein Muss. Ist das nämlich nicht der Fall, so sollte man eben lernbereit sein und fehlendes Wissen rasch nachholen. Lernbereitschaft ist sowieso eine wichtige Voraussetzung. Als Selbstständiger sollte man mit dem Wissen ständig auf dem letzten Stand sein.
Das Fachwissen beschränkt sich jetzt nicht unbedingt auf profunde Kenntnisse betreffend der Herstellung einer Ware. Der tüchtigste Handwerker kann schnell pleitegehen, wenn er die administrative Seite, also Buchhaltung, den Umgang mit den Ämtern, aber auch - und das ist ganz wichtig - den Verkauf vernachlässigt. Ein guter Verkäufer hat eher Aussicht auf Erfolg, auch wenn er über sein Produkt nicht so gut Bescheid weiß, als ein tüchtiger Techniker oder Handwerker, der die Seite des Verkaufs weniger wichtig nimmt.

Auch ist man als Selbstständiger von Verordnungen und Gesetzen betroffen, die bis jetzt nur dem Arbeitgeber etwas angingen, sofern Sie bis dahin angestellt waren. Und diese Gesetze dürfen klarerweise nicht außer Acht gelassen werden. Wenn wir uns einmal das Gewerberecht ansehen: Es gibt freie Gewerbe, die man ohne jede Voraussetzung angehen kann und es gibt gebundene Gewerbe, für die man einen Befähigungsnachweis benötigt. Diese Unterschiede herauszufinden ist aber nicht schwierig. Eine Auflistung aller Gewerbearten findet sich auf der Webseite der Bundeskammer. Überhaupt bieten die Kammern, auch wenn man gezwungenermaßen zum Mitglied wird, dafür massive Hilfestellungen in allen betrieblichen Bereichen. Dazu zählen Fragen zu Gewerbe-, Steuer-, Sozial-, Wettbewerbsrecht und alles, was sonst noch rund um einen Betrieb anfällt. Von dieser Hilfestellung sollte man auch ausgiebig Gebrauch machen.

Eine Frage, die immer wieder auftaucht: Brauche ich einen Steuerberater?
Antwort: Grundsätzlich ja. Zumindest zum Erstellen des Jahresabschlusses. Ausgenommen, Sie haben genügend Zeit und Geduld, alle aktuellen Steuergesetze zu studieren. Und die Kosten? Eine alte Unternehmerweisheit besagt, ein Steuerberater bringt zumindest die Kosten herein, die er kostet.

Gerechtigkeit

Brauche ich eine Rechtsschutzversicherung?
Kann natürlich nicht schaden, hängt aber davon ab, wie Ihr geschäftliches Umfeld aussieht. Liefern Sie an Kunden, von denen Sie unberechtigte Reklamationen und Zahlungsausfälle befürchten müssen? Sind Sie nicht sicher, ob Sie Ihren neuen Lieferanten über den Weg trauen können?
Wenn Sie sich in einem Streitfall auf der sicheren Seite befinden, so kommt es wahrscheinlich günstiger, sich einfach einen Anwalt zu nehmen. Sind Sie sich in rechtlichen Dingen unsicher, so ist gewiss die Versicherung die bessere Lösung.


Der wahrscheinlich wichtigste Teil, betreffend Unternehmensgründung, ist die Finanzierung.
Daran scheitern leider die meisten Neugründungen. Deshalb muss diesem Punkt auch die größte Aufmerksamkeit gewidmet werden.
Ist genügend Eigenkapital vorhanden, so ist - zumindest für den Start - das Thema erledigt. Ist dies nicht der Fall, so gibt es gibt es folgende Möglichkeiten:

Man sucht sich einen Teilhaber.
Das ist nicht immer einfach, außerdem gibt man damit einen Teil seiner erhofften Freiheit wieder auf. Jemand, der Geld in eine Firma steckt, will wahrscheinlich bei Entscheidungen auch mitreden. So etwas kann zu Unstimmigkeiten, Zerwürfnissen und somit zu Störungen im Geschäftsablauf führen.

Manche Teilhaberschaften funktionieren ganz vorzüglich, andere scheitern an den oben erwähnten Gründen.

Die nächste Möglichkeit ist die Bank.
Die Bank Auch hier ist Vorsicht geboten. Wenn genügend Sicherheiten vorhanden sind und das Geschäftsprojekt nachvollziehbar ist, so wird es mit einem Kredit keine Probleme geben. Man wird als Kunde umworben und alle sind zufrieden.
Sollte sich der Geschäftsverlauf jedoch unerwartet negativ entwickeln - und sei es auch nur vorübergehend, also eine Durststrecke, so ist es mit der Hilfsbereitschaft der Bank ebenfalls vorbei. Etwas boshaft wird eine Bank deswegen mit einem Regenschirm verglichen, der bei Schönwetter offenbleibt und bei Regen zuklappt.
Klarerweise muss jede Bank auf ihr Geld achten, besonders nach den Milliardenverlusten in der letzten Zeit bei den sogenannten großen Geschäften. Aber man wird die Vermutung nicht los, dass diese nicht passiert wären, hätte die Bank die gleiche Penibilität bei der Vergabe an den Tag gelegt hätte, wie bei einem Kleinunternehmer.





Sind die vorher angeführten Punkte (hoffentlich) gut überlegt, folgen nun die nächsten Schritte:   Nun geht es um einen unfallfreien und erfolgreichen Fortgang.
Für den Anfang vielleicht mit einem Onlineshop beginnen?